Die große Kampenwand-Umrundung,
der Leidensweg mit Happy End
Los geht's mit einer entspannten Einrollphase durchs romantische Priental. Die Prien rauscht, die Beine sind frisch und man beginnt zu glauben, heute werde ein gemütlicher Tag.
Dieser Irrtum endet in Hainbach.
Der Schotterweg richtet sich mit bis zu 21 % auf und verwandelt jeden Pedaltritt in eine Verhandlung mit der Schwerkraft. Gespräche verstummen, Pulsuhren laufen heiß und die Gruppe zerfällt in mehrere Leistungs- und Leidensklassen.
Oben an der Vorderen Dalsenalm folgt die Pause. Allerdings nur für jene, die ihre Brotzeit selbst mitgebracht haben. Wer auf Kaiserschmarrn und Radler spekuliert hat, erhält stattdessen eine kostenlose Lektion in alpiner Selbstverantwortung.
Danach wartet die Belohnung: eine herrlich lange Abfahrt auf bester Forststraße Richtung Schleching. Die Beine dürfen pausieren, während die Mundwinkel langsam wieder nach oben wandern.
Ein 300 Meter langer S1-Pfad bei der Hangquerung sorgt dafür, dass niemand komplett einschläft, bevor der nächste Programmpunkt folgt:
Die Auffahrt zur Staffnalm.
Hier greift das Orographische Kompensationsprinzip.
Während die Dalsenalm das Konzept „Selbst ist der Biker“ verfolgt, bietet die Staffnalm eine hervorragend sortierte Speisekarte. Nach dem Anstieg wird diese nicht gelesen, sondern studiert. Einzelne Teilnehmer erwägen, gleichzeitig Hauptgericht, Nachspeise und Regenerationsgetränk zu bestellen.
Gut gestärkt umrunden wir den Staffn mit herrlichen Ausblicken auf das Priental und die umliegenden Berge, bevor die Schlussabfahrt nach Aschau ansteht.
Doch das wahre Finale wartet im Dotta.
Das Belohnungseis.
Nach den absolvierten Höhenmetern handelt es sich dabei nicht um Genuss, sondern um eine wissenschaftlich anerkannte Wiederherstellungsmaßnahme des energetischen Gleichgewichts.
Oder kurz gesagt:
**Erst Dalsen leiden. Dann Staffn genießen. Dann Eis feiern
🧬 Tour-DNA PRO PREMIUM
Distanz: 35,6 km
Höhenmeter: 1.450 hm ↑
Höchster Punkt: 1.187 m
Längster Hauptanstieg
5,2 km · 592 hm am Stück
Schwierigkeitsindex:
Kondition: ★★★★★
Technik: ★★★☆☆
Gesamtbelastung: ★★★★☆
Bike-Eignung:
E-Bike: ✅ sehr gut geeignet
Bio-Bike: ⚠ nur mit sehr guter Kondition
Belastungsprofil:
Ausdauer: hoch
Explosivität: mittel
Fahrtechnik: mittel
Leidensreserve: empfehlenswert
🍺 Orographisches Kompensationsprinzip:
Vollumfänglich erfüllt.
1.450 Höhenmeter auf lediglich 35,6 km
erzeugen eine außergewöhnlich hohe
orographische Schuld.
Die daraus resultierende Rechtfertigungsenergie
reicht für mindestens eine ausgedehnte Einkehr, ohne dass dies gegenüber Mitfahrern, Familie oder dem eigenen Gewissen weiter begründet werden müsste.