Einfach zur Kampenwand?
🧙♂️ Meister Joda antwortet:
Nein, nein, nein. Eine Prüfung der Geduld, der Akkuanzeige und der Brotzeit-Disziplin dies ist.
Am Wohnmobilstellplatz in Aschau beginnt die Reise. Dort versammeln sich die Jünger des Genuss-Mountainbikens, vergleichen Akkustände mit der Ernsthaftigkeit eines Jedi-Rats und sprechen den heiligen Satz:
„Heute fahren wir ganz entspannt.“
Wissen alle: Glauben darf man das nicht.
Schon vor der Seiseralm zeigt die Tour ihren Charakter. Mehrere S1-Wanderwege würzen die Strecke – verspielt, wurzelig und genau anspruchsvoll genug, damit man hinterher beiläufig sagen kann:
„Ah, deshalb habe ich ein Mountainbike und kein Citybike.“
Nach der Seiseralm folgt die erste große Versuchung der dunklen Seite: die Herrenalm. Wunderschön gelegen sie ist, mit Terrasse, Aussicht und Brotzeiten, die jeden sportlichen Ehrgeiz zuverlässig verlangsamen. Gefährlich der Ort ist, denn aus einem kurzen Stopp wird schnell eine philosophische Diskussion über Kaiserschmarrn, Reifendruck und die Frage, warum bergauf eigentlich nie Rückenwind herrscht.
Weiter Richtung Kampenwand führt der Weg. Und plötzlich wird aus der gemütlichen Almrunde ein kleiner Charaktertest. Bis zu 21 % Steigung auf Asphalt und Feinschotter warten dort.
In diesem Moment hörst du Meister Joda flüstern:
„Die Steigung groß ist. Größer jedoch die Unterstützung im Turbo-Modus.“
Kurbeln du musst, aber leiden wie auf einem Bio-Bike? Übertreiben wollen wir ja nicht.
Belohnt wirst du dafür mit fantastischen Ausblicken auf Chiemsee, Aschau und das gesamte Kampenwand-Massiv. Alle paar Minuten bleibt jemand stehen, hebt das Handy und behauptet:
„Nur schnell ein Foto.“
In Wahrheit versucht er, seinen Puls wieder unter Lichtgeschwindigkeit zu bringen.
Hoch oben wartet die legendäre Steinlingalm unter den Felsen der Kampenwand. Dort endet jede Diskussion über Trainingslehre. Denn spätestens beim Blick auf Kaspressknödel, Brotzeitbrettl oder Kuchen wird klar:
Kalorien sind keine Gegner. Sie sind nur geliehene Energie für die Abfahrt.
Und diese Abfahrt hat es in sich – allerdings auf die angenehme Art. Über einen gut ausgebauten Wirtschaftsweg rollt es flüssig zurück Richtung Aschau. Kein Gerumpel, kein Überlebenskampf, sondern genau das, was Genuss-Biker lieben:
laufen lassen, grinsen und so tun, als wäre die Auffahrt gar nicht anstrengend gewesen.
Doch der wahre Klassiker endet nicht am Parkplatz. Zum Finale geht es ins Naturbad Aschau. Dort wartet der Kiosk „Zum Badewirt“ – ein magischer Ort, an dem verschwitzte Mountainbiker innerhalb weniger Minuten wieder aussehen wie Menschen auf Sommerurlaub.
Einige springen ins Wasser. Andere direkt zum Radler. Die weiseste Kombination lautet natürlich:
erst baden, dann Brotzeit, dann über die nächste Tour sprechen, als hätte man heute kaum Höhenmeter gemacht.
🚵 Fahrspaß: 9,5 / 10
🏔️ Panorama: 10 / 10
🥨 Einkehrfaktor: 11 / 10
⚡ Akku-zu-Genuss-Verhältnis: „Sehr ausgeglichen, junger Padawan.“
🧙♂️ Meister-Joda-Schlusswort:
Den Klassiker fahren du musst.
S1-Trails er besitzt.
Schöne Almen er schenkt.
Steile Rampen er fordert.
Doch am Ende im Naturbad sitzen du wirst – satt, entspannt und mit dem sicheren Gefühl:
„Nicht schneller du werden musst.
Nur öfter solche Touren fahren.“ 😄🚵♂️🏔️🥨🍻
📏 Distanz: 29,1 km
⬆️ Höhenmeter: 1.249 hm
⚡ Tourprofil • Maximale Steigung: bis ca. 21 % (kurze, sehr steile Rampen)
Kondition: ⭐⭐⭐☆☆ (3/5)
Technik: ⭐⭐⭐☆☆ (3/5)
Gesamtbelastung: ⭐⭐⭐⭐⭐ (5/5)
🚵 Fahrspaß: ⭐⭐⭐⭐⭐ (5/5)
🍽️ Einkehr: ⭐⭐⭐⭐⭐ Die Steinlingalm ist das verdiente Highlight der Runde – urige Atmosphäre, grandiose Aussicht und perfekter Platz für eine ausgedehnte Brotzeit mit Blick auf die Kampenwand.
🌄 Landschaft: ⭐⭐⭐⭐⭐ Dichte Bergwälder, aussichtsreiche Forststraßen und immer wieder spektakuläre Blicke auf die Chiemgauer Alpen machen diese Runde zu einem echten Panoramaklassiker.